Freitag, 14. März 2008

Einer Frau


Ich bin keiner, keiner Liebe wert,
Brenne nur dahin und weiß nicht wie,
Bin der Blitz, der aus der Wolke fährt,
Bin der Wind, der Sturm, die Melodie.

Dennoch nehm ich Liebe viel und gern,
Nehme Wollust, nehme Opfer hin,
Mich begleiten Tränen nah und fern,
Weil ich fremd und ohne Treue bin.

Treu bin ich allein dem Stern in meiner Brust,
Der zum Unterhang hinüberweist,
Der mir Folter schafft aus jeder Lust,
Den mein Wesen dennoch liebt und preist.

Rattenfänger und Verführer muss ich sein,
Säe bittre Lust, die bald verloht,
Lehr euch Kinder, lehr euch Tiere sein,
Und mein Herr und Führer ist der Tod.

~Hermann Hesse~

Dienstag, 11. März 2008

Hände reichen II

Mit einem lauten Seufzen stand sie endlich auf und lief zurück in richtung Ausgang. Als sie das große eiserne Tor erreichte schaute sie sich um, immernoch waren kaum Menschen zu sehen. Der Regen wurde stärker und so entschied sie sich in eine nahegelegenes Café zu gehen. Sie hatte es schnell erreicht und sah gleich beim betreten Frank der hinter der dem Tresen Getränke zubereitete. Sie suchte sich den kleinen Tisch hinten in der Ecke aus und zog erstmal ihre nasse Jacke aus. Frank erblickte sie schnell und lief mit einem grinsen auf sie zu. "Schön das man dich auch mal wieder zu Gesicht bekommt, hast dich in der letzten Zeit ja richtig rar gemacht" "Ja kann sein, einen Milchkaffee bitte" Frank schaute etwas enttäuscht aber versuchte es sich nicht anmerken zu lassen und ging schnell zurück um den Kaffee zu machen. May beobachtete in der Zwischenzeit ein älteres Ehepaar das sich gegenseitig mit Kuchen fütterte. Sie fande es fast peinlich wie sich die Zwei vor ihr aufführten und wand sich ab. Sie öffnete ihre große Tasche die vollgestopft war mit Büchern und haufen von verknüllten Papier und zog ein kleines Buch herraus. Als sie endlich die Stelle gefunden hatte wo sie weiterlesen wollte kam Frank mit dem Kaffee. Er versuchte erst gar nicht sie weiter anzusprechen und stellte wortlos den Kaffee vor sie. Mit einem kurzen blick sah sie auf um dann wieder in ihrem Buch zu versinken. May merkte trotzdem die flehenden Blicke von Frank und gab sich einen ruck. Sie zog ein papier aus ihrer Tasche und schrieb mit einem Kulli:

Hey Frank, heute abend am See? an unseren Stelle?
würde mich freuen so ab 8 uhr werd ich dasein.
May

Sie trank hastig ihren Kaffee und nahm ihre Jacke in die Hand. Am Tresen zahlte sie und steckte Frank den Zettel in die Hand und verließ ohne sich umzusehn den Laden.

fortsetzung folgt....